Solides Liquiditätsmanagement für Selbstständige – immer zahlungsfähig bleiben

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Als Selbstständiger müssen Sie verschiedenen Zahlungsverpflichtungen nachkommen. Kosten für die Miete, die Buchhaltung oder die Gehälter Ihrer Angestellten müssen regelmäßig gezahlt werden. Hinzu kommen Ausgaben, die nur gelegentlich anfallen, aber für die dennoch Rechnungen beglichen werden müssen. Damit Sie in der Lage sind, pünktlich zu zahlen, sollten Sie einen guten Finanzplan aufstellen und ein solides Liquiditätsmanagement einführen. Nur wenn Sie stets genügend verfügbares Geld auf dem Betriebskonto haben, vermeiden Sie Zahlungsengpässe.  

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Was ist Liquidität eigentlich?

Unter Liquidität versteht man flüssige Geldmittel, die ein Unternehmen jederzeit einsetzen kann, um damit Rechnungen zu begleichen. Genau genommen ist mit Liquidität also gemeint, dass Sie als Selbstständiger alle aktuellen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht erfüllen können. Das ist direkt aus mehreren Gründen wichtig:

  • Wenn Sie Ihre Lieferanten und externen Dienstleister gar nicht oder immer verspätet bezahlen, kann das die Geschäftsbeziehungen negativ belasten. Möglicherweise werden Sie dann von anderen Unternehmen nicht mehr beliefert.
  • Bei einer drohenden oder einer bereits eingetretenen Zahlungsunfähigkeit sind sie verpflichtet, Insolvenz anzumelden. Damit wäre der Traum von der Selbstständigkeit vorerst vorbei.
  • Wenn Sie einmal weniger Aufträge haben und weniger Geld einnehmen, müssen Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen weiter nachkommen. Denken Sie auch an Ihre Sozialabgaben!

Liquiditätsmanagement – was alles dazugehört

Mit dem richtigen Liquiditätsmanagement sorgen Sie dafür, dass Sie immer ausreichend Geldmittel haben. Bilden Sie Rücklagen, behalten Sie stets den Überblick über Ihre Finanzen, fordern Sie ausstehende Zahlungen rechtzeitig ein und schließen Sie für den Notfall Versicherungen ab.

Rücklagen für schwere Zeiten bilden

Eine schlechte Auftragslage gehört zum unternehmerischen Risiko, kann aber dazu führen, dass Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Behalten Sie das stets im Blick und sorgen Sie in guten Zeiten für ausreichend Rücklagen. Da Sie als Selbstständiger vermutlich auch Ihren Lebensunterhalt mit Ihrem Unternehmen finanzieren, steht nicht nur Ihr Geschäftsmodell auf dem Spiel. Sie müssen auch Ihre Lebenshaltungskosten weiterhin aufbringen können. Kalkulieren Sie also großzügig und legen Sie ausreichend Geld zurück. Gegebenenfalls kann auch ein Überbrückungskredit über den Liquiditätsengpass hinweghelfen.

Immer den Überblick behalten

Selbstständige möchten sich in der Regel ihrem Kerngeschäft widmen und haben mit der Finanzplanung nur wenig am Hut. Deswegen haben viele gar keinen richtigen Überblick über Ihre Finanzen. Wer nicht weiß, wie viele Einnahmen und Ausgaben er hat, sollte sich schleunigst mit dem Thema auseinandersetzen. Eine Buchhaltungssoftware kann bereits vieles erleichtern. Sie sorgt für einen besseren Überblick auf alle ausstehenden Zahlungen sowie auf die Zahlungsverpflichtungen und hilft dabei, die Finanzen zu verwalten.

orgaMAX bietet einen kompakten Ratgeber zur Finanzplanung für Selbstständige – mit praxisnahen Tipps und einer hilfreichen Finanz-Checkliste.

Forderungsmanagement einführen

Ausstehende Zahlungen sollten rechtzeitig eingefordert werden. Häufig genügt eine einfache Zahlungserinnerung. Manchmal muss auch mehrfach gemahnt werden. Wenn ein Kunde wirklich nicht zahlt, bleibt Ihnen immer noch die Möglichkeit, einen Mahnbescheid beim Gericht anzufordern. Oft ist das aber gar nicht notwendig. Erinnern Sie Ihre Kunden einfach an die Zahlungen und lassen Sie lange Zahlungsrückstände nicht durchgehen.

Rechnungen frühzeitig schreiben

Sie sollten nicht nur darauf achten, dass Ihre Forderungen bezahlt werden, sondern sich auch um die frühzeitige Rechnungsstellung kümmern. Schließlich hat Ihr Kunde dann noch einmal 30 Tage Zeit, um den ausstehenden Betrag zu begleichen. Wenn er die Zahlung vergisst und Sie ihn erinnern müssen, kann es also mitunter sehr lange dauern, bis Sie das Geld auf Ihrem Konto haben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mit dem Kunden ein früheres Zahlungsziel zu vereinbaren. Das kann zum Beispiel vertraglich festgelegt werden.

Zahlen Sie sich ein Gehalt aus

Gerade bei Solo-Selbstständigen verschwimmen Privates und Geschäftliches häufig. Sorgen Sie dafür, dass beides strikt getrennt wird und richten Sie sich unbedingt ein eigenes Geschäftskonto ein. Von dort können Sie sich dann ein festes Gehalt auf das Privatkonto überweisen. So vermeiden Sie, dass Sie den Überblick über die privaten Ausgaben verlieren und deswegen Ihr Unternehmen in finanzielle Bedrängnis gerät.

Versicherungen für Notfälle abschließen

Natürlich ist es schwierig, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Wirtschaftliche Notlagen oder äußere Einflüsse wie Pandemien sind nur schwer zu planen. Sie können sich aber dennoch für solche Situationen wappnen und auch während einer Krise Ihre Liquidität aufrechterhalten, indem Sie die passenden Versicherungen abschließen:

  • Betriebsunterbrechungsversicherung: Wenn Sie nicht mehr arbeiten können, weil es eine behördliche Anweisung gab oder Ihr Betrieb Opfer eines Cyberangriffes war, zahlt Ihnen die Versicherung den Umsatzausfall. Prüfen Sie genau, welche Fälle in der jeweiligen Police abgedeckt sind.
  • Betriebsinhaltsversicherung: Eine elementare Katastrophe kann schnell Ihre Arbeitsmittel zerstören. Damit Sie sich neu ausstatten können, ist eine entsprechende Versicherung essenziell. Sie kommt für die Kosten auf und Sie müssen keine eigenen Geldmittel dafür aufbringen, sodass Sie weiterhin Ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllen können.
  • Betriebshaftpflichtversicherung: Ein Kunde kommt beim Besuch in Ihrem Büro zu Schaden? Dann ist es gut zu wissen, dass die Betriebshaftpflichtversicherung die Kosten übernimmt. So bleiben Sie zahlungsfähig.

Passen Sie Ihr Liquiditätsmanagement laufend an

Auch wenn Sie bereits einen Liquiditätsplan erstellt haben, sollten Sie sich nicht darauf ausruhen. Überprüfen Sie regelmäßig die Einnahmen und Ausgaben und reagieren Sie auf Veränderungen. Wenn Ihr Umsatz steigt, können Sie unter anderem mehr Geld zurücklegen und Ihr finanzielles Polster ausbauen. Bei fehlenden Aufträgen kann es hingegen sinnvoll sein, auch die Ausgaben zurückzuschrauben oder bereits über einen Kredit nachzudenken.

Bildquelle: Depositphotos_33852095_xl-@ londondeposit.jpg

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